Reisen in Nicaragua – Corn Islands


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Eigentlich bin ich ja in Nicaragua zum Arbeiten und nicht zum großen Reisen. Als mir aber gesagt wurde, dass das Projekt in der „Semana Santa“ (die „heilige Woche“ vor Ostern) geschlossen wird, schnappte ich mir meine spanische Freundin, die ich in dem Hostel kennengelernt habe und wir setzten uns an einen Tisch zum Brainstormen.

Mexiko, Guatemala, Honduras. Wir wollten überall hin.

Zum Schluss entschieden wir uns, im Land zu bleiben. Wir wollten auf die Corn Islands. Wenn man sich Berichte durchliest, müssen die zwei Inseln super schön sein. Also wurden die Tickets gebucht und nur wenige Tage später ging es los!

Tag 1-3: Somoto-Managua-Matagalpa

Früh morgens fahren wir zur Haltestelle, wo uns der Bus aufsammeln soll. Wir sind aufgeregt und freuen uns auf das Abenteuer! Von der Haltestelle soll es vier Stunden lang weitergehen in die Hauptstadt Managua.

Nach zwei Minuten an der Haltestelle kommen zwei Mädels mit ihrer kleinen Schwester und bequatschen uns. Wie üblich. Viele Mädchen hier sind offen und sprechen die Ausländer an. Sie werden von ihren Eltern erzogen, schon früh zu arbeiten oder Touristen den Weg zu erklären, um dann ein Dankeschön zu bekommen. Es ist traurig, aber wahr. Vielen bleibt keine andere Möglichkeit. Es gibt hier auch nichts anderes. Die zwei Mädels informieren uns über die Busfahrzeiten und wir scherzen, schießen Fotos und lachen. Da kommt der Bus um die Kurve gepest! Wir packen unsere Rucksäcke, verabschieden uns von den Kindern und halten den Bus an. Im Bus fällt mir auf, dass eins der Kinder noch meine Sonnenbrille in der Hand hält.

Urlaub in Nicaragua

Die Mädels mit meiner Sonnenbrille 😉

Urlaub in Nicaragua

Bücher für die Kinder in Somoto

 

 

 

 

 

 

 

In Managua geht es direkt auf die Suche nach dem Zoll und den Büchern für die Kinder in Somoto. Hier verbringen wir vier Stunden bis wir letztendlich mit Freunden, eine kleine Familie aus Costa Rica, weiterfahren nach Matagalpa. Dort verbringen wir zwei Tage mit ihnen, lernen neben dem Selva Negra die Familie und Freunde kennen und das gemütliche Dorfleben, das dort nachts gefährlich werden kann.

Unsere Unterbringung bei den Freunden sieht spärlich aus. Dies ist ganz normal für Nicaraguas Dorfleben. Ein Haus aus Beton mit Wellblechdach. Drei Räume. Nicht gestrichen. Alles kahl und dunkel. In dem kleinsten Zimmer steht ein Bett ohne Lattenrost, ohne Federung. Darin schlafen wir. Die Familie schläft auf einem aufblasbaren Bett im Wohnzimmer. Die Dame, die sich um das Haus kümmert, und ihre Familie schlafen im Zimmer nebenan. Im Garten steht eine Latrine. Ein Plumpsklo, wie man auf dem deutschen Land sagen würde. Meine Freundin wird dies nicht benutzen. Mich erinnert es ans Zeltlager. Besonders das Waschen früh morgens. Ich scheuche die Hunde zur Seite, die noch schlafen und halte meinen Kopf unter dem Eimer mit kaltem Wasser. Zum Frühstück gibt es Kaffee und zum Duschen fahren wir zur Familie in ein anderes Dorf. Dort lesen wir einen Cousin auf und nehmen ihn mit zum Selva Negra, wo uns ein riesiges Frühstück erwartet!

Selva Negra Nicaragua

Selva Negra

Papagei in Matagalpa

Papagei in Matagalpa

 

 

 

 

 

 

 

Tag 4-5: Matagalpa-León-Managua

Um 6.20 Uhr am nächsten Tag geht der Bus nach León. Das Malinche Hostel, in dem wir eine Nacht bleiben, macht uns nach unserer Ankunft ein super leckeres Frühstück mit Smoothies und bietet uns alles, was wir brauchen. Ein ordentliches Bad für meine Freundin, liebe Gastgeber und Gäste und ein riesiges Zimmer. Wir sind glücklich und schauen uns in der Stadt um. Mittags treffen wir uns mit Freunden und fahren zum Strand. Dort verbringen wir den ganzen Tag und gehen abends Pasta essen.

Frühstück im Malinche Hostel

Veganes Frühstück im Malinche Hostel

Aufenthaltsraum im Hostel

Aufenthaltsraum im Hostel

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen brechen wir wieder früh auf. Wir nehmen den Bus nach Managua und bleiben dort eine Nacht bei einem jungen Mann, der ein Hostel beherbergt. Da uns eine Nacht nur 5$ kostet, schnappen wir direkt zu. Warum es so günstig ist, sehen wir, als wir die Räume betreten. In der Küche gab es vor kurzem einen Brand, vom Boden würde ich nicht mal für hundert Euro essen und das Bad hat seit Ewigkeiten keinen Schwamm mehr gesehen. Gut, eine Nacht, denken wir uns. Das überstehen wir schon. Was uns das Überleben vereinfacht: die Hängematte im Garten. Dort schlafen wir aber leider nicht. Für uns zwei ist ein Einzelbett vorgesehen.

Nachmittags sehen wir uns in der Gegend um, setzen uns in ein Café und genießen die Freiheit zu entscheiden, was wir als nächstes tun. Wir planen zu kochen. Schließlich hat Francisco, der Hostelbesitzer, einen neuen Herd für die Küche organisiert. Wir tragen das Gemüse nach Hause und schnibbeln in der Küche alles klein. Als wir den Herd anschalten, bemerken wir, dass er nicht funktioniert. Es fehlt ein Gaskabel. Wir warten also auf Francisco und improvisieren in der Zwischenzeit ein Gazpacho. Wenig später steht Francisco mit dem Kabel in der Tür und wir können loslegen.

Als wir ins Bett gehen wollen, fällt uns die Bullenhitze in unserem Zimmer auf. Wir schieben alle Ventilatoren, die wie finden können, vor die Bettkante und versuchen zu schlafen.

Unser Garten in Managua

Der Garten in Managua

Stadtführer Managua

Stadtführer Managua

 

 

 

 

 

 

 

Tag 6-9: Corn Islands-Managua-Somoto

Mit müden Augen sitzen wir um 6 Uhr morgens am Flughafen und warten auf die Maschine. Ein Flieger, der 46 Personen zulässt und 23 Meter misst. Er soll uns auf die Corn Islands bringen. Das tut er auch. Wie üblich bringt uns ein Taxi an unser Ziel. Das Tropical Dreams Hotel.

Das Hotel hat es in sich. Ich mache es kurz. Bei unserer Ankunft ist der Hotelinhaber super freundlich, begrüßt uns herzlich und erklärt uns alles, unter anderem, dass wir die Küche nutzen dürfen. Am nächsten Tag verbietet er uns, die Küche zu nutzen. Mir verbietet er sogar komplett, sie zu betreten. Ich muss ihn oder seine Frau um alles bitten, was ich aus der Küche benötige.

Warum es so kam? Nach nur einer Stunde auf der Insel verabschiede ich mich ins Bett. Vermutlich habe ich mir einen Virus eingefangen. Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme. Alles ist dabei. Es sind die gleichen Symptome wie beim Norovirus. Nicht nur ich scheine damit ein Problem zu haben, sondern auch die Hotelinhaber. Die Dame kommt spät abends in mein Zimmer und schreit mich an, ich soll ins Krankenhaus gehen. Am darauffolgenden Tag geht sie mir aus dem Weg. Die anderen Hotelgäste erkundigen sich super lieb nach mir. Nach 24 Stunden geht es mir so gut, dass ich aufstehen und paar Meter gehen kann. Viel ist noch nicht drin.

Im Endeffekt ist es ökonomisch gar nicht so tragisch, dass ich im Bett bleibe und keinen Bissen runterbekomme. Die Insel importiert fast alle Produkte und ist daher extrem teuer. Es gibt zudem kaum Früchte und man muss sich als Vegetarier gut umschauen.

Die Einwohner sind gewöhnungsbedürftig. Sie reden und lachen nicht viel. Wir haben mit mehreren Touristen gesprochen, die das auch bemerkt haben. Es ist seltsam.

Die Strände im Gegenzug sind sehenswert und wunderschön! Da die Insel aber klein ist, reichen zwei Tage völlig aus. Länger würde ich hier nicht bleiben. Die Little Corn Island besuchen wir nicht, obwohl sie auf der Liste steht. Man sagt uns, dass es dort auch schöne Strände gebe, die Insel aber winzig klein ist und man nur paar Stunden brauche, um sie zu besichtigen.

Zurück von den Corn Islands auf das Festland geht es mit einem kleinen Flieger von 11 Meter und 12 Personen. Der Flug war ein Highlight! Wunder dich nicht, falls du dort am Flughafen stehst und sie dich plötzlich wiegen wollen. Es bedeutet lediglich, dass du in der kleineren Maschine sitzen wirst. 😉

Jetzt bin ich wieder in Somoto und glücklich, dass ich hier bin. Ich werde in den nächsten Tagen sicher noch viel über die letzten Tage lachen und schmunzeln.

Unser Flieger auf die Corn Islands

Unser Flieger auf die Corn Islands

Corn Islands

Corn Islands

Corn Islands

Corn Islands

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