Die Couch ist weg!


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raum_happy12Dass ich heute noch genau einen Monat in meiner Wohnung verbringen werde, ist mir gerade schockiert bewusst geworden. In vier Wochen fahre ich mit paar Kartons in Richtung Heimat, um die letzten Tage in Deutschland zu verbringen. Zumindest ist das so geplant.

Als ein junger polnischer Mann vor 2 Tagen mit seinem Vater in meiner Wohnung stand und mir das Geld für meine Couch in die Hand drückte, wollte ich sie nicht gehen lassen. Also die Couch. Am liebsten hätte ich sie festgehalten, mich an ihr angekettet. Mist. Hätte der junge Typ nicht die Anzahlung schon gemacht, hätte ich wahrscheinlich eine Ausrede erfunden, dass er sie nicht mitnehmen könne. Jetzt ist sie weg. Ich sitze auf einer Matratze in meinem Wohnzimmer, obwohl ich an meinem Tisch sitzen könnte, den ich erst in zwei Wochen an einen Freund weitergebe. Alles geht in andere Hände. So habe ich es gewollt. Puh, ist doch alles nicht so einfach wie gedacht.

Letzte Woche hatte ich jemanden in meinem Wohnzimmer, der meine Ikea Kommode („Hemnes“), die wohl sehr begehrt ist, abgebaut hat. Gymnasiallehrer aus Düsseldorf. Wir kamen ins Gespräch und er nahm letztendlich noch eine weitere Kommode mit, die hier rumstand. Außerdem erzählte er mir, dass seine ganze Wohnung aus Second Hand Möbeln bestehe. Geile Sache, dachte ich. Ich beneide Leute, die diesen Lebensstil leben. Eine Wohnung aus fremden, gebrauchten Gegenständen. Wenn jeder zweite von uns so leben würde, würde Ikea vermutlich nur noch Hemnes Kommoden verkaufen.

Kommode weg, Couch auch und eben ist der Kleiderschrank abgebaut worden. 2 junge Männer, türkisch, nett und lustig. Man, ich werde die Zeit missen, die ich hier in den letzten Monaten in meiner Wohnung verbracht habe. Egal, wem ich wann die Tür geöffnet habe, kam eine Überraschung mit rein und es wurde viel gelacht. So wie eben, als eine junge deutsche Mutter mit ihrem 12-jährigen Sohn vor meiner Tür stand und meinen alten Acer Laptop abholen wollte. Der kleiner Acer stand schon seit 7 Wochen bei eBay drin und keiner wollte ihn haben (abgesehen von Ali, der ihn für 30€ selbst abgeholt hätte). 12 Stunden, nachdem ich beschloss, den Laptop zu behalten, kam der Anruf der jungen Mutter. So kann es gehen.

Gut, darüber dass ich bald keine Möbel mehr habe und meine Wohnung ziemlich leer ist, muss ich mich nicht wundern. Keine Couch, kein Bett und keinen Tisch, an dem ich täglich essen kann. Ja, ich muss zugeben, dass es ein komisches Gefühl ist, bald erstmal nur noch mit einem Rucksack unterwegs zu sein und an fremden Tischen zu essen. Aber gleichzeitig ist es auch aufregend. Es ist quasi ein Neubeginn nach 29 Jahren und egal, wie es ausgeht, werde ich ihn genießen.

Lies weiter, wenn Du auch Ballast in Deiner Wohnung loswerden willst. Jetzt kommen nämlich ein paar persönliche Tipps 🙂

 

  • Gehe durch die Wohnung und suche nach Dingen, die Du nicht brauchst.

 

  • Fange mit Deinem Kleiderschrank an (das ist mir z.B. am einfachsten gefallen): was hast Du in den letzten 6 Monaten nicht getragen? Sortiere die Kleidung aus, packe sie in Taschen und verbanne sie in den Keller. Wenn Du die Sachen nach 4 Wochen nicht vermisst, gib sie weg.

 

  • Brauchst Du wirklich 30 Paar Schuhe oder können sie andere Menschen (z.B. Flüchtlinge) nicht viel besser gebrauchen? Informiere Dich, was es in Deiner Stadt für Sammelstellen für bedürftige Menschen gibt und spende Deine Sachen.

 

  • Hast Du Möbel, die nur in der Ecke rumstehen, zustauben und nicht mehr genutzt werden?

 

  • Was ist mit elektronischen Geräten? Hast Du einen Computer, ein Smartphone oder eine Lampe zu viel? Nutze eBay, Shpock oder eBay Kleinanzeigen.

 

  • Schau Dir Dein Bücherregal an und verkaufe gelesene und gut erhaltene Bücher online (z.B. bei Amazon, momox oder rebuy) oder verschenke sie an Freunde. Pro Freund ein Buch, das Du für ihn auswählst. Er/sie wird sich freuen!

 

Dieses Beispiel kannst Du auf alle anderen Aspekte in Deinem Leben anwenden:

  • Job
  • Freundschaften
  • Hobbies
  • Ernährung

Nur bei der Familie wird’s schwierig 😉

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