Veränderungen im Leben: Wie gehe ich damit um? 1


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Stelle dir vor, du stehst vor einer Schranke. Diese Schranke öffnet sich erst dann, wenn du gewisse Fragen beantwortet hast. Solchen Schranken müssen wir uns immer wieder im Leben stellen. Es kann die Reaktion auf die Bewerbung sein, auf die du lange gewartet hast oder die Genehmigung eines Visaantrags. Wer sich solchen Schranken in seinem Leben stellt, muss viel Mut aufbringen. Denn es bringt Veränderungen mit sich, die ins Ungewisse führen. Wir haben keinen blassen Schimmer, was auf uns zukommt. Nur eines ist uns bewusst – etwas in unserem Leben wird sich ändern.

 

Je größer die Schranke ist, umso weitreichender werden auch die Veränderungen im Leben sein und desto mehr Mut müssen wir aufbringen. Dass viele von uns lieber in ihrer Komfortzone bleiben und die Schranken unten lassen, ist nur allzu verständlich. Doch warum ist es für einige von uns einfacher und für die anderen schwieriger?

 

Die Schranken in unserem Leben

 

Mit der Geburt werden wir in einem Leben willkommen geheißen, das uns unbekannt ist. Mit der Zeit lernen wir, uns der Umgebung anzupassen und die Bedingungen zu akzeptieren, die uns gegeben wurden. Schon im Kindesalter stellen wir uns dabei den ersten Schranken.

 

Wir geben Laute von uns, obwohl wir noch nicht sprechen können. Wir gehen zur Schule, obwohl wir weder lesen noch schreiben können. Wir springen ins Wasser, obwohl wir nicht schwimmen können. Wir stellen uns also schon im jungen Alter den ersten Herausforderungen unseres Lebens.

 

Je jünger wir sind, umso leichter stellen wir uns den Schranken unseres Lebens. Wer sich schon im jungen Alter vielen Herausforderungen stellt, wird es später umso einfacher haben, wenn er sich gewissen Problemen stellen muss.

 

Ich erinnere mich beispielsweise daran, dass ich schon mit 12 Jahren damit begann, mein Taschengeld dadurch aufzustocken, indem ich meine freien Nachmittage damit verbrachte, auf Kinder aufzupassen. Auch meine Geschwister suchten sich neben der Schule einen Nebenjob. Meine Eltern brachten uns somit schon früh bei, unser eigenes Geld zu verdienen und unabhängig zu leben. Das zeigt sich bis heute.

 

Das Leben ist eine Wanderroute

 

Je nach Umfeld und dem Support der Familie gelingt es dem einen schneller, sich an die Gegebenheiten des Lebens anzupassen. Es ist wie eine Wanderroute, der du folgst und nicht weißt, an welchen Orten sie dich entlangführt und wo sich dich hinbringt. Und trotzdem machst du einen Schritt vor den nächsten und lässt dich von der Natur führen.

 

Jeder, der sich schon einmal für mehrere Tage in der wilden Natur bewegt hat, kennt dieses Gefühl. Am Anfang spüren wir die Freiheit, die uns die Natur bietet. Doch je länger wir unterwegs sind, finden wir uns an Orten wieder, die wir nicht kennen und uns unheimlich erscheinen. Wir reagieren ängstlich und suchen nach Halt. Dies kann beispielsweise die einbrechende Dämmerung sein, die auf keiner Wanderroute einfach ist.

 

Sind wir nicht rechtzeitig an einer Unterkunft angelangt, kann dies Angst in uns auslösen. Sobald wir die Unterkunft erreicht haben, fühlen wir uns ein Stück wohler. Doch die Erleichterung kommt erst am nächsten Morgen, der uns mit Vogelzwitschern und einer leichten Brise begrüßt. Wir setzen unsere Route in aller Ruhe fort.

 

Am Ende einer solchen Wanderung wirst du mit neuen Eindrücken und Bildern nach Hause zurückkehren und das Leben ein Stück bewusster wahrnehmen. Wer also immer auf der gleichen Route bliebt und sich von Schranken aufhalten lässt, verpasst wohlmöglich den Zauber seines Lebens.

 

Veränderungen im Leben: Sich den Problemen stellen

 

Wer sich erst vor einer Schranke befindet, sieht oftmals rot. Der Arbeitslose sitzt entmutigt auf dem Arbeitsamt, der Arbeitende hockt beim Mitarbeitergespräch und der Reisende steht am Zoll. All diese Momente bedeuten Veränderung. Änderung für die nächsten Stunden, Tage und Jahre. Was wir dabei oftmals vergessen, ist die Tatsache, dass unser Leben sich immer im Wandel befindet. Nichts bleibt, wie es ist. Schließlich kommt der Ausdruck „Im Laufe der Zeit“ nicht von irgendwoher.

 

Dass wir vor Problemen am liebsten davonlaufen, kann jeder von uns in seinem Alltag beobachten. Wir lassen uns im wahrsten Sinne von den Schranken einschränken. Wer sich erst einmal seinen Problemen und Herausforderungen im Leben stellt, wird feststellen, dass sich die Schranken mal schneller und mal langsamer öffnen. Doch eines ist sicher – die Schranke wird sich immer nach oben und nicht nach unten öffnen. 🙂

 

Wenn sich die Schranke erst einmal für uns geöffnet hat, werden wir die Blüte des Lebens auf der anderen Seite sehen und uns an ihr erfreuen können. Und jetzt zu dir: Was war die letzte Schranke, die du geöffnet hast?

 

 


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Ein Gedanke zu “Veränderungen im Leben: Wie gehe ich damit um?

  • Ida

    In der Tat, die größten Schrankenanlagen baut man sich selbst. Wenn man sich diesem Bewusst wird, dann kann man einiges weiterkommen und nochmal neu sortieren. “Nichts bleibt, wie es ist“ – sehr beruhigend und antreibend um in schwierigen Situationen mehr Stärke zu gewinnen.

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