Glückshypothese – wie werde ich glücklich


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Ich gehe auf die 30 zu. Wenn man den neuesten Forschungsergebnissen traut, befinde ich mich aktuell in einer schwierigen Lebensphase, der sogenannten Quarter-Life-Crisis. Ein Drittel aller Personen zwischen 25 und 35 Jahren fühlen sich depressiv, erschöpft und suchen nach dem Sinn des Lebens. Ich kann nur von mir selbst erzählen und sagen, dass es stimmt. Ich zähle mich zu den Personen, die erschöpft sind von einem Job, der uns nicht erfüllt und einem Leben, das uns nicht glücklich macht. Ich erlaube mir, erschöpft zu sein und meine Arbeit für eine Zeit niederzulegen, um Zeit für mich zu nehmen und nach dem Sinn des Lebens Ausschau zu halten. 

Die Glückshypothese

Die Frage, die uns allen auf der Seele brennt, lässt sich nicht umgehen: Was ist der Zweck meiner Existenz und wie finde ich mein Glück? Jeder von uns, der ein bewusstes Leben führt, trifft eines Tages auf diese Frage. Ich bin der Frage auf die Spur gegangen und habe auf dem Weg ein interessantes Buch entdeckt.

In seinem Buch „Die Glückshypothese: Was uns wirklich glücklich macht“ erzählt Jonathan Haidt uns von Erlebnissen rund um das Glück und nimmt dabei die großen Denker wie Plato, Buddha und Nietzsche ins Visier.  Der Psychologieprofessor untersucht ihre Gedanken nach dem heutigem Wissensstand der Psychologie und erklärt uns, wie viel wir von den historischen Denkern in unserem modernen Leben wiederfinden und was uns hilft, unser eigenes Glück zu finden. Er erzählt uns auf eine spielerische Art von dem Weg, sein eigenes Lebensglück zu finden. 

Die zehn Kapitel der Glückshypothese fasse ich dir hier zusammen und bin mir sicher, dir damit einen Einblick geben zu können in ein Werk, das deine Ansicht und Einstellung in deinem Leben garantiert ändern wird.

Das geteilte Selbst

Unsere Gedanken sind auf verschiedene Art und Weise aufgeteilt, aber die Aufteilung, die wirklich wichtig ist, ist die zwischen einem bewussten und rationalem Gedankenprozess (Reiter) und einem unbewussten und emotionalen Prozess (Elefant). Die Unfähigkeit des Reiters, den Elefanten, also Unbewusstes und Emotionen zu kontrollieren, erklärt viele Rätsel unseres mentalen Lebens. Besonders klärt es die Frage, warum wir immer wieder mit einem schwachen Willen konfrontiert werden. Das Geheimnis der Selbstoptimierung ist, den Elefanten zu trainieren.

„Bisweilen glauben wir mit unserem Unbewussten, dem Es oder unseren animalischen Anteilen zu kämpfen. Doch in Wirklichkeit sind wir das alles. Wir sind der Reiter und wir sind der Elefant. Beide haben ihre Stärken und ihre besonderen Fähigkeiten“. (Jonathan Haidt)

Seine Sicht der Dinge ändern

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Man kann alles von zwei Seiten betrachten.  Jeder von uns hat eine andere Ansicht der Dinge und lässt sich durch seine Gefühle leiten.

Warum gibt es Optimisten und Pessimisten?

Wenn uns das Bauchgefühl sagt, dass wir uns nicht wohlfühlen, gehen viele der Situation aus dem Weg. Andere überhören das Gefühl und sehen sich mit der (unangenehmen) Situation konfrontiert.

Die automatische emotionale Reaktion auf den Elefanten leidet uns als Reiter durch unser Leben. Wenn du wirklich willst, kannst du lernen, diese Reaktionen zu ändern, indem du Meditation oder Yoga trainierst. Finde hier meine Tipps für ein glückliches Ich.

Gegenseitigkeit um jeden Preis?

Viele Spezien haben ein soziales Leben, aber zwischen den Säugetieren sind nur wir Menschen ultrasozial, d.h. nur wir können in sehr großen Gruppen zusammen leben und nur wir sind stärker als andere Arten motiviert, mit anderen zu teilen und zu helfen. Tiere bleiben in einer Gruppe zusammen, um sich vor Angriffen anderer Tiere zu schützen. Der ultrasoziale Mensch hilft im Gegensatz anderen und teilt mit ihnen, weil er sich mit den anderen verbunden fühlt.

Den tiefen Sinn der Gegenseitigkeit zu verstehen, kann dir helfen, Probleme in deinem sozialen Leben zu lösen und dich in Momenten zu schützen, wenn Menschen dich manipulieren wollen.

Es ist ein Geben und Nehmen, das die Gegenseitigkeit ausmacht. Wenn du also das Gefühl hast, dass jemand nur nimmt und du dich ausgenutzt oder manipuliert fühlst, nimm Abstand zu dieser Person.

Die Fehler der anderen

Teil unseres ultrasozialen Lebens ist, dass wir ständig versuchen, die Sichtweise von Menschen, die sie von uns haben, zu ändern, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Wir sehen die Fehler der anderen schnell, sind aber selbst nicht in der Lage, unsere eigenen zu sehen.

Die Heuchelei ist Teil der menschlichen Moral und zieht Konflikte nur so an.

Wie schön es wäre, die moralische Brille abzulegen und die Welt einfach mal so zu sehen, wie sie wirklich ist! Wir lernen, uns selbst besser zu verstehen und sehen, wie uns andere wirklich sehen.

Das Streben nach Glück

Wir hören oft, dass Glück von innen kommt und du es nicht in äußerlichen Dingen finden kannst. Für eine Weile glaubten dies auch Psychologen. Heute wissen wir durch Studien, dass auch äußere Umstände zu einem glücklichen Leben führen. Damit ist nicht gemeint, dass du dich nun so schnell wie möglich in den nächsten Kaufrausch stürzen sollst. Oft machen nicht die Gegenstände selbst glücklich, sondern es sind die Erlebnisse, die wir mit dem Kauf verbinden.

Finde für dich selbst heraus, wie du dein Glücksgefühl heben kannst und gib dein Geld bewusst für Dinge aus, die du wirklich benötigst.

Liebe und andere Bindungen

Es gibt viele verschiedene Arten von Liebe, aber alle haben eines gemeinsam. Die Liebe, egal welcher Art, macht immer Sinn, wenn du siehst, woher sie kommt und was sie tut. Die verschiedenen Arten zu verstehen, kann uns helfen zu erklären, warum Menschen in der Liebe so viele Fehler machen. Außerdem erklärt es, warum Philosophen die Liebe nicht mögen und uns deshalb nicht die richtigen Ratschläge geben können.

„Und niemand kann glücklich leben, der nur sich sieht, der alles zu seinem eigenen Nutzen wendet: für den anderen musst du leben, wenn du für dich leben willst.“ (Seneca)

Vom Nutzen der Widrigkeiten

Nietzsche sagte: „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker“.

Das stimmt, außer du leidest an einem posttraumatischem Stresssyndrom. Das Kapitel erklärt, wie und warum einige Menschen an sich wachsen, wenn sie leiden und was sie machen können, um ihren Weg aus dem posttraumatischen Stress zu finden.

Tugendhaftigkeit als Weg zum Glück?

In der westlichen Welt haben wir die Fähigkeit verloren, unsere Werte auf neutralem Boden wachsen zu lassen. Wir haben uns und unsere Werte darauf beschränkt, einfach nur nett zueinander zu sein. So helfen uns Freundlichkeit, Solidarität, Toleranz und Ehrlichkeit dabei, ausgeglichen mit uns und anderen zu sein. Wo bleibt da aber Platz für die anderen Werte wie Mut und Ehrgefühl?

Was sind unsere Werte, wo liegen wir falsch und wie können wir eine gemeinsame Moral in der so vielschichtigen Gesellschaft formen? All dem geht Haidt in seinem Buch auf den Grund.

Transzendenz – mit oder ohne Gott

Die Wahrnehmung der Göttlichkeit ist die Basis unseres menschlichen Denkens. Ekel, Moral und Ehrfurcht erzählen uns mehr darüber, aber nur wenige hören auf diese Gefühle.

Das Religiöse kann nur dann verstanden werden, wenn du das Ausmaß siehst, welches viele weltliche Denker nicht verstehen. Das Ausmaß zu verstehen ist ausschlaggebend für die Bedeutung des Lebens.

Jonathan Haidt lebt als Atheist und ist davon überzeugt, dass wir inneres Glück und Gesundheit auch ohne einen äußeren Gott erleben können.

Glück kommt von „dazwischen“

Was ist der Sinn des Lebens? Diese Frage kann man so nicht beantworten, aber mit einer leichten Satzumstellung können wir es. Ein Teil der Antwort ist es, sich für Menschen und Projekte zu engagieren und einen Zustand des eigenen Engagements zu finden.

Der andere Teil ist es, an einen grenzenübergreifenden Zusammenhang mit dir selbst und deinem Leben zu gelangen. So können wir Sinn und Glück ohne Religion finden, aber wir müssen unsere Natur verstehen, bevor wir einen effektiven Ersatz für die Religion finden können.

Die Frage ist also nicht die, was der Sinn des Lebens ist, sondern was wir im Leben erfahren und was der Sinn dahinter ist.

Das Gleichgewicht finden

Yin und Yang stellt das Prinzip des Gleichgewichts dar. In allen Aspekten unseren Lebens können wir es anwenden und ich habe es sogar in der Ernährungswissenschaft wiedergefunden. So gibt es Lebensmittel, die unseren Körper Kälte oder Wärme zuführen und unseren Körper dadurch ins Gleichgewicht bringen.

Die historische Idee von Yin und Yang stellt sich auch im Leben als die weiseste heraus. Wir brauchen die Perspektive von historischer Religion und moderner Wissenschaft, egal ob Ost oder West oder liberal oder konservativ. Weise Worte kommen aus allen Richtungen über uns, aber wir können nur dadurch weise werden, indem wir zuhören, was wir aus verschiedenen Quelle erfahren.

Fazit

Es ist nicht nur das Innere, das uns zu glücklicheren Menschen werden lässt. Auch die äußeren Umstände zählen. Wo stehst du, wohin bewegst du dich und – vor allem – warum? Aus welchem Grund gehst du deinen Weg und wie fühlst du dich dabei?

Jonathan Haidt gibt dir Hinweise, wie du Antworten auf deine Fragen findest. Du wirst dich und deine Umwelt mit anderen Augen sehen. Es lohnt sich!

Das Buch in Amazon findest du hier. 

 

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