Gedanken abschalten: Das Leben im Hier und Jetzt


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Unsere Gedanken ziehen durch den Kopf wie Wolken am Himmel.

Hell, dunkel, groß und klein. Anstatt die Wolken vorbeiziehen zu lassen, halten wir sie an. Wir versuchen, die Wolken aufzuhalten und schieben sie schnell weiter, wenn uns der Inhalt nicht gefällt. Gefällt uns das, was wir finden, halten wir sie fest. Unser Kopf ist voll von solchen Wolken.  

Es sind viele Dinge im Leben, von denen wir viel erwarten. Es ist jeder Tag in unserem Leben, von dem wir mehr erwarten. Heute soll besser als gestern und morgen besser als heute sein. Wie können wir aber im Hier und Jetzt leben, wenn wir mit unseren Gedanken ständig unterwegs sind?

 

Unsere negativen Gedanken

 

Sie blockieren uns. Die negativen Gedanken. Sie führen dazu, dass wir hohe Erwartungen an unser Leben haben. Höhere Erwartungen an uns selbst.

 

Der neue Job soll uns Reichtum, das Haus Sicherheit und das Auto Freiheit bringen.
Doch auch von den vielen Kleinigkeiten im Alltag erwarten wir zu viel.

 

Wir denken lieber an morgen oder gestern, anstatt uns um das Hier und Jetzt zu kümmern.
Es entstehen negative Gedanken.

 

Denn die Gedanken an die Zukunft bringen oftmals ein Gefühl mit sich: Angst.

 

Wir wissen nicht, was auf uns zukommt und das bereitet uns Angst. Wir fühlen uns unsicher und gehen schon mit negativen Gedanken in den nächsten Tag.

 

Das Gleiche passiert auch mit unserer Vergangenheit.

 

Wie oft schaust du zurück und erinnerst an die „guten, alten Zeiten“ zurück? Klar, es war schön. Doch was bringt es dir, dich in alte Kindheitstage zu verrennen, die schon längst der Vergangenheit angehören?

 

Das Leben im Heute

 

Was passiert, ist Folgendes: Wir sitzen in der Klemme.

 

Wir sitzen zwischen morgen und gestern und versuchen einen Weg herauszufinden. Der Weg ist heute. Der Weg liegt darin, was du heute tust. Es ist ganz egal, was du über morgen oder gestern denkst. Hast du Erwartungen an morgen, kannst du nur enttäuscht werden.

 

Werden deine Erwartungen nicht erfüllt, bist du verärgert, enttäuscht und traurig. Werden deine Erwartungen getroffen, freust du dich.
Doch was kommt dann? Wir fallen schnell wieder in ein Loch und hoffen darauf, dass am nächsten Tag alles so eintrifft, wie wir es erwarten.

 

Aber tut es das wirklich?

 

Hier und Jetzt

 

Ich verbringe heute meinen letzten Tag in Guatemala. Ein letzter Tag im Land der Vulkane und ich schreibe diesen Blog-Eintrag auf der Dach-Terrasse meines Hostels. Die einmonatige Reise durch das Land der Mayas endet.

 

Ich weiß nicht, wo ich morgen übernachten werde.

 

Manchmal wache ich auf und weiß nicht einmal, an welchem Ort ich mich gerade befinde. Und trotzdem finde ich jede Nacht einen so ruhigen Schlaf wie nie zuvor. Ich bin mir darüber bewusst, was ich gerade tue und versuche aus dem Moment heraus zu leben.

 

Auch wenn mir das nicht immer einfach fällt, gehe ich diesen Weg. Denn er fühlt sich gut an. Es ist besser, im Hier und Jetzt zu leben als in der Zukunft oder Vergangenheit.

 

Es macht mir Angst, wenn ich an meinen nächsten Aufenthalt in Deutschland denke. Es macht mir Angst, wenn ich daran denke, mich morgen früh auf den Weg nach Nicaragua zu machen. Es macht mir Angst, nicht zu wissen, wo ich übernachten werde.

 

Und doch tue ich all das. Ich fliege nach Deutschland. Ich steige in den nächsten Flieger Richtung Nicaragua. Ich finde einen Ort, an dem ich schlafen kann. Morgen. In einer Woche. In 6 Wochen.

 

Aber nicht mehr heute. Denn heute kümmere ich mich um die Dinge, die mir heute wichtig sind.

Ein Tee, ein Buch und eine letzte Runde durch Antigua Guatemala.

 

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