Mein Freiwilligendienst in Nicaragua (Teil 1)


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amigos_happy12Als ich die Stellenanzeige für den Freiwilligendienst in Nicaragua im Oktober sah, hab ich keine Sekunde gezögert und meine Bewerbung rausgeschickt. Gut, vielleicht habe ich doch eine Sekunde gezögert, aber nur, weil es der Plan war, die nächsten Monate in Südamerika zu verbringen.

Weil das Projekt aber echt toll klang, konnte ich nicht anders und schickte meine Bewerbung spät abends noch los. 2 Wochen später kam die Antwort und eine Einladung zum Kennenlernen.

Die Organisation „Amigos e.V.“

Somoto ist eine der ärmsten Städte Nicaraguas. Dort wurde vor knapp 20 Jahren das Projekt und somit der Verein „Amigos e.V.“ gegründet. Das Ziel war es von vornherein, die Familien vor Ort mit einem Ernährungsprojekt zu unterstützen. Zurzeit zählt der deutsche Verein 12 Mitglieder sowie viele Spender.  Nach 13 Jahren, in 2009, wurde das Projekt in die Gemeinde La Playa verlagert. Das Konzept ist jedoch gleich geblieben. Durch die ehrenamtliche Hilfe der Vereinsmitglieder wird garantiert, dass jeder Spendenbetrag im Projekt ankommt – zu 100%!

Da der Verein regierungsunabhängig ist und somit keinerlei staatliche finanzielle Unterstützung erhält, ist Amigos e.V. auf Spenden angewiesen. Durch Flohmärkte, Benefizkonzerte oder Online Aktionen wird auf den Verein und das tolle Projekt in La Playa aufmerksam gemacht und Spendengelder gesammelt.

Das Projekt „ProNut“ & mein Freiwilligendienst 

Täglich, von montags bis freitags, kommen ca. 40 Kinder aus der Region in die Einrichtung, die von den Amigos vor fast 20 Jahren gegründet wurde. Dort bekommen sie eine warme Mahlzeit und können gemeinsam essen und spielen. Sie werden durch zwei Sozialarbeiterinnen betreut, die sich zudem auch um die Frauen bzw. Mütter der Kinder und deren Familien kümmern. In der Küche bereiten die Mütter der Kinder das Mittagessen zu.  Amigos e.V. unterstützt durch die Finanzierung der Lebensmittel und das Gehalt der zwei Projektleiterinnen vor Ort. Die Hauptaufgaben der beiden Frauen gehören:

  • Förderung der Selbstorganisation der Mütter
  • Regelmäßige Kontrolle über den Gesundheitszustand und das Gewicht der Kinder
  • Umsetzung eines ausgewogenen Ernährungsplans

Viele Mütter sind auf sich alleine gestellt und erleben teils sogar häusliche Gewalt. Eine Sozialarbeiterin leitet Selbsthilfegruppen, die den Müttern helfen sollen, über ihre Probleme zu sprechen (das Reden über die Probleme ist eine große Herausforderung) und sie im alltäglichen Leben zu stärken. Zudem gibt es Fortbildungen zu Hygiene, Gesundheit und Ernährung,

Was das Projekt besonders macht

Das Projekt stellt für mich persönlich einen großen Traum dar. Nicht nur, dass ich schon immer gerne mit Kindern arbeite und zusammen bin, auch liebe ich die spanische Sprache und lateinamerikanische Kultur. Da es sich in diesem Projekt größtenteils um die Ernährung der Familien dreht, stand für mich nach meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin schnell fest, dass ich die Chance ergreifen musste.

Das Projekt verbindet nicht nur die Pflege und Versorgung der Familien miteinander, sondern auch zwei Länder und Kulturen. Unterschiedlicher kann es gar nicht sein und umso schöner ist es zu sehen, dass wir aus Europa heraus in einem anderen Teil der Welt etwas so Tolles bewirken können. Mit einer kleinen Spende oder einfach ein bisschen Zeit.

Für mich geht es am 7. März los und ich bleibe volle 3 Monate in La Playa/Somoto für den Freiwilligendienst vor Ort. Von dort werde ich erzählen, was mir passiert, auffällt und wie es mir und den Familien ergeht und welche Ziele wir gemeinsam erreichen können.

Unsere Ziele in Nicaragua

  • Das größte Ziel ist es, die Kinder täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgen zu können. Letztes Jahr ist es vorgekommen, dass nicht genug Geld da war, sodass freitags kein Essen ausgegeben werden konnte. Soweit wollen wir es nicht kommen lassen.
  • In der Einrichtung selbst gibt es weder Strom noch eine Wasch-/Toiletteneinrichtung. Wir möchten daher eine Latrine bauen und den Kindern und Frauen vor Ort die Möglichkeit geben, sich frei zu fühlen.
  • Wir möchten den Kindern ermöglichen, sich nach der Schule weiterzubilden und ihren Interessen freien Lauf zu lassen. Es wird eine kleine Bibliothek errichtet. Durch eine Online Spendenaktion wurden bereits Spendengelder für die Erreichung dieses Projektziels gesammelt und nun geht es daran, die Bücher nach Somoto zu senden.

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