Ballast aus dem Fenster


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Es ist 21:05 Uhr und ich fühle mich befreit. Der Ballast ist weg und ich kann beruhigt auf Reise gehen.

Als ich heute morgen um 8:05 Uhr die Augen öffnete und die Sonne aufgehen sah, spürte ich dieses Kribbeln in meinem Körper, das mir sagte: Heute ist ein besonderer Tag.

Kennst Du diese Tage? Manchmal ist es einfach so. Du hast das Gefühl, es wird etwas Tolles, Spannendes und Neues passieren. Du weißt aber nicht, was. So ging es mir heute Morgen.

Nur 2 Stunden später stand ich auf der Straße und brachte meinen Hausrat auf die Straße. Es war eine spontane Eingebung, vermutlich verbunden mit einem Hauch von Panik, dass ich die Sachen nicht mehr rechtzeitig loswerden würde. In einer Woche werde ich den letzten Tag in meiner Wohnung verbringen. Also weg mit dem Ballast!

Weg mit dem Ballast

Neben Geschirr, Blumentöpfen, Kissen, Lautsprecherboxen, Lampen, Puzzles und meinem Toaster gab ich etwas ganz Wichtiges ab. Meinen Besitz. Ich besitze von Tag zu Tag weniger und heute wurde ein Meilenstein gesetzt. Innerhalb weniger Stunden war alles, komplett alles, leer gefegt. Nur noch ein Glas blieb stehen, das kaputt ging und heute Abend im Altglascontainer landete.

Meine Wohnung ist leer, weiß gestrichen und das, was bleibt, ist Freude. Es tut gut, all das, was ich in den letzten Jahren gekauft und geschenkt bekommen habe, weiterzugeben. Jeder Gegenstand geht in andere Hände und erhält somit einen neuen Eigentümer. Es wird nicht einfach in die nächste Tonne geworfen und anonym entsorgt. Es bleibt im Umlauf. Jedes einzelne Kabel, jede Pflanze und der kleinste Tennisball.

All diese Sachen wurden innerhalb von wenigen Stunden weggetragen. Frauen brachten ihre Kinder mit und bedankten sich für die Decken, Bettdecken und Kissen. Eine Dame schenkte mir eine kleine Schildkröte aus Porzellan für meine Reise. Eine andere drückte mir ihre letzten 11 Euro in die Hand. Und das alles spontan, auf offener Straße. Ich ließ die Menschen in meine Wohnung, in meinen Keller und empfand kein fremdes oder seltsames Gefühl dabei.

Befreie dich

Stelle Deine Wohnung auf die Straße und nimm das Gefühl auf. Es ist geil! Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich es getan habe. Seitdem ich meine Couch weggegeben habe, ist der Bann gebrochen und das Gefühl vom Loslassen ist stärker und verbundener geworden.

Auch Du kannst es tun und dieses Gefühl der Freiheit erleben! Womit Du starten kannst:

 

  • Suche bei Facebook nach Gruppen in Deiner Stadt, in denen Du Deine Sachen verschenken oder für wenig Geld verkaufen kannst.

 

  • Nutze die Flohmärkte in Deiner Stadt.

 

  • Frage Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen, ob sie etwas brauchen können.

 

 

 

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