Alles geschieht aus einem Grund


Teilen

 

In den letzten Monaten bin ich vielen Menschen begegnet, die sich eine Frage gestellt haben:

 

„Warum bin ich hier?“

 

Eine dieser Personen war ich. Manchmal frage ich mich, warum ich hier bin. Die Frage nach dem Sinn. Ja, wer hat sich diese Frage nicht auch schon mal gestellt? Sie taucht immer wieder dann auf, wenn man sie gerade nicht braucht…

 

 

Ich frage mich, warum ich das tue, was ich tue und was das alles für einen Sinn hat. Ich bin auf der Suche nach mehr. Mehr Ich. Auf der Suche nach dem Ursprung. Woher komme ich und wohin gehe ich?

 

 

Jeder von uns kommt aus einem ganz gewissen Grund auf die Welt. Das Leben dient dazu, diesem Grund auf die Schliche zu kommen. Aber nicht erst mit unserer Geburt hat die Uhr angefangen zu ticken. Schon lange bevor du auf die Welt kamst, haben Menschen genau das Gleiche durchmachen müssen wie du: Sich dem Leben stellen.

 

 

Wir erleben nur einen Bruchteil dessen, was da ist. Das ist so, als würdest du den Kinosaal betreten und der Film hat schon begonnen. Du kannst nur erahnen, was in den ersten zehn Minuten passiert ist.

 

Aus dem Moment heraus leben

 

Wir Menschen sagen immer wieder, dass wir im Moment leben. Wir tun es dann aber doch nicht.

 

 

Während wir physisch anwesend sind, kreisen sich die Gedanken um Events in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten. Wir blicken in die Zukunft und erwecken dadurch bestimmte Gefühle in uns. Freude, aber auch Angst. Angst vor dem, was kommt.

 

Es gibt Menschen, die einen ganz genauen Lebensplan haben. Wir Deutschen sind nicht nur Weltmeister im Fußballspielen. Auch im Denken, Planen und Organisieren.

 

 

Kaum ist es Montag, planen wir schon das nächste Wochenende. Kaum kommen wir aus der Uni in das Arbeitsleben, beschäftigen wir uns mit der Planung unserer Rente. Was daraus resultiert, ist ganz klar: Stress.

 

Alles geschieht aus einem Grund

 

Wusstest du, dass alles aus einem ganz bestimmten Grund passiert? Vielleicht bist in der 9. Klasse sitzengeblieben, deine große Liebe hat mir dir Schluss gemacht oder du wurdest gekündigt.

 

 

All das passiert aus einem Grund.

 

 

Der Grund ist erstmal nicht klar. Er versteckt sich. Das Leben will dir eine Herausforderung stellen. Die Herausforderung ist die Herausforderung selbst: Wie gehst du mit ihr um und was lernst du daraus?

 

In unserem Leben läuft in den seltensten Fällen etwas wie geplant. Wir können alles so gut wie möglich planen und doch kommt es anders.

 

 

Mein Tipp an dieser Stelle: Hör auf zu planen und lebe dein Leben. Natürlich solltest du die Weichen stellen und ein gewisses Grundgerüst haben. Jedes Bild braucht auch seinen Rahmen. Schließlich kommt kein Vorgang ohne eine gewisse Vorbereitung aus. Wenn wir in den Sommerurlaub fliegen wollen, brauchen wir Flugtickets. Wenn du einen Kuchen backen willst, brauchst du Mehl und Öl.

 

Mehr Achtsamkeit

 

Ein betrunkener Zustand ist das beste Beispiel dafür, dass wir Menschen mit Scheuklappen auf den Augen durch die Welt gehen. Stell dir vor, du hast wild auf einer Party gefeiert und hast zu tief ins Glas geschaut. Am nächsten Morgen wachst du auf und kannst dich nur noch an die Hälfte des Abends erinnern. Aber irgendwie hast du es trotzdem nach Hause geschafft.

 

Genau das Gleiche passiert im nüchternen Zustand – jeden Tag. Wir gehen hier und dort durchs Leben. Wir stolpern von einer Misere in die nächste. Von einer unglücklichen Beziehung in die andere. Man mag dies Liebe nennen. Vielleicht ist es aber auch nur die Angst vor Einsamkeit. Wie dem auch sei: Werden wir uns bewusst darüber, was gerade mit uns passiert, können wir aufmerksamer und bewusster werden.

 

Bewusstsein für den Moment

 

Jeder von uns ist dafür verantwortlich, was in seinem Leben passiert. Heftest du dich gerne an die Vergangenheit, lebst du auch in der Vergangenheit. Du rufst dir immer wieder alte Momente in die Gegenwart, die längst Geschichte sind. Daraus resultiert, dass du den aktuellen Moment nicht genießen kannst.

 

Die Angst vor dem Loslassen führt zu Sorgen. Zu viele Sorgen und Ängste stürzen uns Menschen in Depressionen. Wir halten an Momente, Beziehungen und Dinge fest, die längst nicht mehr da sind.

 

Ähnlich sieht es aus, wenn du alles haargenau planst. Du kannst dein Leben nicht planen und erwarten, dass es genauso verläuft wie du dir vorgestellt hast. Menschen, die an Vorstellungen und Illusionen festhalten, leben in Angst. In Angst davor, dass sie enttäuscht werden.

 

Wir können entspannt durchs Leben gehen, indem wir von den Vorstellungen unserer Zukunft und dem Festklammern unserer Vergangenheit Abstand gewinnen.

 

Alles, was passiert, geschieht aus einem gewissen Grund.

 

Es ist nicht deine Aufgabe, dein Leben zu kontrollieren. Deine Aufgabe ist es, die Weichen zu stellen. Du bestimmst die Geschwindigkeit und Richtung. Alles andere kannst du ganz beruhigt dem Schicksal überlassen.

 

 

Und jetzt? Akzeptiere, dass du weder Beginn noch Ende vom Film kennst.

 

 

* * *

Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.